Ostwärts / Elternzeit 2014 - Tops und Flops

Die entspanntesten Autofahrer haben wir in Albanien angetroffen. Es scheint  offensichtlich keine Verkehrsregeln zu geben. Alles was nicht explizit durch Schilder verboten ist, scheint erlaubt zu sein. Und alle fahren absolut rücksichtsvoll und entspannt. Ich glaube es wäre kein Problem in Tirana mitten um Kreisverkehr auszusteigen und eben Fotos zu machen. Die Hupe wird vor allem genutzt, um Freunde und Bekannte zu grüßen.
Erlebnis: Drei Autos vor uns hält jemand an, steigt aus und geht eben einkaufen. Alle anderen warteten dahinter ganz entspannt.
Übrigens: Das Verkehrsfunksignal wird in Albanien genutzt um zu den Gebetszeiten den Muezzinruf zu übertragen. Als Nicht-Moslem also besser abschalten…

Die miesesten Autofahrer haben wir in Georgien angetroffen. Dort wird gerast, gedrängelt, geschnitten, etc… Jedem dritten Auto (auch teuren Modellen) fehlt die Stoßstange oder es sind andere Blessuren zu erkennen. Das ganze wird  augenscheinlich von der (reichlich vorhandenen) Polizei wenn nicht gefördert, so doch geduldet.
Erlebnis 1: Schild 60. Polizei mit 70 vor uns. Reichlich Autos überholen uns beide mit hoher Geschwindigkeit ohne dass es die Polizei interessiert.
Erlebnis 2: Vor und ein Schleicher mit 40 im Stadtbereich. Hinter uns Polizei und Überholverbot. Nach 5 Minuten hat die Polizei die Faxen dicke, überholt uns beide und zieht den Schleicher raus…

Den besten Cappuccino gab es übrigens auch in Albanien. Etwas vergleichbares habe ich bisher nur in Rom bekommen.

Das leckerste Eis gab es interessanterweise in Polen. Sowohl in Krakau als auch in Jelenia Gora waren wir absolut überzegt.

Das meiste Aufsehen haben wir in Armenien erregt. Ein Auto mit Aufstelldach hatte man dort noch nicht gesehen. Teilweise sammelten sich Kleingruppen vor dem Auto, die sich mit diesem fotografieren ließen.

Den preiswertesten Diesel gab es für ca. 80ct. umgerechnet in Georgien und Armenien.

Den teuersten Diesel gab es für ca. 1,50 Euro in der Türkei (und das bei dem aktuell schlechten Lira-Kurs. War auch schon bei 2 Euro…)

Die freundlichste Einreise gab es in Griechenland. Als wir uns an einer recht langen Schlange an der Grenze einreihen, kommt ein Grieche angerannt und fragt auf Deutsch: „Alles deutsche Pässe? Na, dann fahren sie mal langsam an der Schlange vorbei und halten noch kurz am Zoll. Herzlich willkommen in Griechenland!“

Die schnellste Einreise in ein Nicht-EU-Land hatten wir interessanterweise in Albanien. Direkt bei Ankunft an der Grenze sammelte eine montenegrinische Beamtin unsere Pässe ein, die wir zehn Minuten später von dem albanischen Kollegen zurück erhielten. Und damit waren wir auch schon aus Montenegro aus- und in Albanien eingereist.

Die aufwendigste Einreise hatten wir in Armenien. Da wir dort unser Fahrzeug (kostenpflichtig) deklarieren mussten, hatte ich sowohl bei Ein- als auch Ausreise einen Laufzettel mit gefühlten 100 Stempeln abzuarbeiten und insgesamt ca. 80 Euro zu zahlen. Die Beamten waren aber alle sehr freundlich und hilfsbereit, so dass man auch hier nach ca. 1 Stunde durch war.

Den kuriosesten Polizeikontakt hatten wir in der Türkei. Eigentlich hatten wir einen tollen Stellplatz für die Nacht auf einer Waldlichtung unter einer Burg gefunden, bis dann die Polizei aufkreuzte und uns freundlich bat, doch diesen Platz zu verlassen und etwas anderes zu suchen. Sie könnten an dieser Stelle nicht für unsere Sicherheit garantieren, da sich dort öfters mal Leute zum Biertrinken treffen würden… ( War ich froh, dass ich noch keine Bierdose aufgemacht hatte 😉 )

Das mieseste Land zum freien Übernachten ist übrigens Kroatien. Übernachtungsmöglichkeiten für Campingfahrzeuge brauchen dort eine spezielle Konzession, so dass das Übernachten im Fahrzeug nicht mal auf Privatgrund (Bauern, Restaurants, etc…) möglich ist. Zuwiderhandlungen werden angeblich im schlimmsten Fall mit einer Fahrzeugstilllegung geahndet. Der Witz ist: Im April waren praktisch noch keine Campingplätze geöffnet, da die Saison erst Mitte Mai beginnt. Einen Campingplatz hatten wir gefunden und eine Übernachtung haben wir dann im Hostel gemacht.

Die besten Länder zum freien Übernachten sind Georgien und Armenien. Da es dort praktisch keine Campingplätze gibt, ist dies auch offiziell erlaubt. In Georgien verließen wir gerade die Strasse um einen Schlafplatz zu suchen, als die Polizei neben uns hielt. Ob wir Probleme hätten und sie helfen könnten? „Nein, wir überlegen nur, ob wir hier oder dort übernachten.“, „Ach so. Ist überhaupt kein Problem. Wie Sie das möchten…“

to be continued…

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