Archiv: 05 Albanien

Inzwischen sind wir in Mazedonien angekommen und ich nutze das vorhandene Campingplatz-WLAN für einen kurzen Bericht der letzten 3 Tage zum monotonen Gesang des Muezzin, der gerade das Abendgebet einläutet.

Nach der verregneten Nacht auf dem Campingplatz begrüßte uns am nächsten Morgen der Weltuntergang mit Donner und Blitz, der den Eindruck der besuchten Lagune in der Nähe leider etwas trübte. Auch der Besuch des absoluten Reiseführertipps ‚Brug Kruja‘ konnte uns leider nicht überzeugen. Nachdem man sich an etlichen Souvenierständen vorbeigekämpft hatte, enttäuschte die eigentliche Burg eher. Zumal man auch hier nichts unversucht ließ uns, uns ungewollte Führungen aufzudrängen. Naja, die überließen wir dann lieber den anderen deutschen Reisegruppen, die mit Bussen dorthin gekarrt wurden und ergriffen mehr oder weniger die Flucht.
Der letzte Versuch des Tages sollte dann die Hafenstadt Durres werden, die uns dann tatsächlich überraschte. Nicht nur mit strahlendem Sonnenschein sondern auch mit einem durchaus attraktiven Flair und einer wirklich hübschen Strandpromenade! Allerdings wurde es dann schon recht spät, so dass wir es statt mit einem Campingplatz mit eine Nahe gelegenen angeblichen Stellplatz versuchten, der aber leider schon von eine Schafherde besetzt war, so war wir unsere erste freie Übernachtung hinter ein paar Büschen in Albanien wagten. Da die anwesenden Schaf-, Ziegen- und Kuhhirten keine unserer Sprachen verstanden blieb die Abklärung der Übernachtung auch nur ein Wunsch. Aber die Nacht verlief ruhig und uns wunderte nur, wieviele Fahrzeuge, tatsächlich diese Holperstrasse noch nutzten.

Am nächsten Tag stand dann der Besuch von Tirana an (Hauptstadt Albaniens), die uns zwar knapp eine Stunde Parkplatzsuche bescherte (kauft niemals Reise-KnowHow-Reiseführer…) aber dann doch sehr positiv überraschte. Ich glaube es ist auch die einzige Stadt, wo man im Operncafe am zentralen Platz für ca. 4,- Euro zwei heiße Schokoladen und einen Cappucino bekommt…
Nach einem ausgiebigen Stadtrundgang ging es dann weiter zur Burg Petrela, die zwar im Reiseführer nur nebenbei erwähnt wurde, uns aber doch deutlich mehr überzeugte, als das ‚Highlight‘ des Vortages. Ein relativ mühsamer Anstieg wurde belohnt von einer wunderbaren Burg mit einem sensationellen Ausblick auf die Tiraner Ebene. Zum Glück meisterte unser Bus die bis zu 15% Steigung ohne jegliche Probleme und ließ diverse einheimische PKW problemlos rauchend hinter sich zurück…
Von dort fuhren wir dann die – aufgrund der neugebauten Autobahn –  inzwischen nahezu verweiste Höhenstrasse nach Elbasan weiter, wo wir dann auch nach einem Schlafplatz ausschau hielten und in einem schöne Hain auch fanden. Nicht gerechnet hatte wir allerdings damit, was die freundliche Frage bei einem Einheimischen, ob wir dort übernachten dürften, auslöste… Innerhalb kurzer Zeit war das ganze kleine Dorf zusammengetrommelt und mit Hilfe  der Tochter des Ortvorsitzenden dann reichlich Fragen gestellt. Natürlich durften wir übernachten und die Führung durch die Ortskirche (den Stolz des Dorfes) gab es kostenlos dazu. Ich hoffe, wir haben niemanden beleidigt, dass wir am nächsten Morgen, wie angekündigt, dann zeitig wieder weiter gefahren sind.

Elbasan hat als Stadt dann selber nicht überzeugt. Was auch an einer missgelaunten Elena gelegen haben kann, die wir für den Standrundgang kurz nach dem Einschlafen wieder geweckt haben. Das werden wir wohl nicht mehr tun *sigh*
Aber von dort ging es dann durch eine reizvolle Landschaft in die albanischen Berge und in Richtung mazedonische Grenze. Kurz vor dieser machten wir noch einen Abstecher ins – laut Reiseführer – schönste Dorf Albaniens ‚Lin‘. Da dort schon zwei andere deutsche WoMos standen, sind wir wohl nicht die einzigen Personen mit diesem Reiseführer. Naja, um es kurz zu sagen, das Dorf begeisterte auch mäßig, aber man konnte toll am See sitzen und preiswert leckeren Fisch aus diesem essen.

Die Einreise in Mazedonien verlief dann zügig und problemlos. Nachdem die vorausfahrenden Fahrzeug gründlich gefilzt wurden, schäkerte die Grenzerin nur mit Kosta und winkte uns schnell durch. Wenn auch für Kosta dann die ‚fatale‘ Nachricht kam, dass der in Mazedonien nicht vorne sitzen darf. Er will jetzt so schnell wie möglich weiter nach Griechenland 😉 Jetzt sind wir aber erstmal direkt am See auf einem Campingplatz und ich werde versuchen zu schlafen, nachdem die Frösche endlich Ihre Konzert eingestellt haben (unglaublich, wie laut die sein können)…

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Blick von der Burg Petrela

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Blick von Operncafe

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Die erste ‚freie‘ Übernachtung in Albanien mit etwas mulmigem Gefühl…

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Nach einer sehr abenteuerlichen Fahrt am Shkodra-See entlang auf einer einspurigen Bergstraße ohne Randbefestigungen mit Gegenverkehr und gelegentlichen Schaf-, Ziegen- und Kuhherden auf der Straße, haben wir die Nacht dann unter einem alten Eichenbaum neben einer verfallenen Schule verbracht. Einzig in Gesellschaft einer Roma, die regelmäßig kam um ihre immer wieder kreativ der Weide entfliehenden Kühe wieder einzusammeln.

Heute sind wir dann mit gemischten Erwartungen in Albanien eingereist. Aber entgegen aller Reiseführerberichte hatten wir weder besondere Formalitäten noch irgendwelche Gebühren und waren nach Aufnahme aller Passdaten nach ca. einer halben Stunde durch.
Es scheint sich in den letzten zwei Jahren viel getan zu haben. Die Straßen waren bisher durchweg gut und etliche französische Wohnmobile haben schon hergefunden. Hoffen wir, das es so weitergeht und die Ausreise nach Mazedonien ebenso problemlos verläuft.

Auch die – dem See den Namen gebende – Stadt Shkodra hat uns angenehm überrascht mit einem modernen und jungen Flair. Lästig sind nur die aufdringlich bettelnden Romakinder, die einem seit der Grenze wirklich überall begegnen.
Auch den wirklich schönen Übernachtungsplätze direkt am Strand haben wir dann kurzfristig aufgegeben und gehen den weniger schönen Campingplatz für 10 Euro getauscht. Aber sintflutartiger Regen verwandelte den Strand leider immer mehr in eine Sumpflandschaft was uns die Weiterfahrt morgen fürchten ließ. Naja dafür haben wir Strom, WiFi, heißes Wasser für eine Dusche und können morgen auch den sich schnell leerenden Wassertank wieder füllen.

Sind schon gespannt, was uns Albanien noch bietet. Die Albaner waren bisher alle sehr freundlich und hilfsbereit. Versuche mich an meine zwei Semester Italienisch zu erinnern, da die meisten hier dies als Fremdsprache häufiger als Englisch sprechen. Auch Pizza gibt es fast überall…

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