Archiv: Balkan 2022

Und hier der Track der BalkanTour.

Wir sind mit einem längst überfälligen Familienbesuch in Leipzig gestartet und dann im Schnelldurchgang durch Tschechien, Slovakei, Ungarn, Serbien und Nordmazedonien nach Griechenland gefahren. Auf dem Weg haben wir noch einen Großeinkauf in einem ungarischen Kloster eingeplant, wo es nicht nur die beste Mückenstickbehandlungscreme gibt, die uns bisher unter gekommen ist, sondern auch hervorragenden Wein. Nebenbei noch Badestopps an einem slovakischen See und einer ungarischen Therme eingeplant, sowie endlich mal NoviSad und Skopje besichtigt.

In Griechenland ging der Urlaub dann mit Übernachtung und Badepause am Prespa-See so richtig los sowie traumhaft schönen Orten wie den Meteora-Klöstern und Ioannina und zum Abschluss noch einer weiteren Übernachtung an einem einsamen Badesee. Bis dahin hatten wir wunderbares „Vanlife“ mit einsamen schönen Stellplätzen, tollen Badestopps, traumhaften Umgebungen, wenigen Touristen und praktisch keinen anderen Campern. Dank geschützter Stelleplätze und ausreichend Wasserquellen konnten wir auch den ganzen Urlaub hindurch die Heckdusche bemühen und einen Bogen um die in Südeuropa meist mäßig schönen und überfüllten Campingplätze machen.

Zur zweiten Hälfte des Urlaubs ging es dann nach Albanien (separater Bericht), wo es bereits anfing voller zu werden, uns die aber immer noch vorhandenen eher wenig besuchten traumhaften Strände entschädigten (man muss allerdings wissen, wo man diese findet), wo man mit dem Auto direkt zur Wasserlinie fährt und fast direkt aus dem Heck ins Wasser springen kann. Auch Orte wie das Welterbe Gjirokaster oder die Ruinenstadt Butrint sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Den Rückweg haben wir dann durch die Montenegrinische Bergwelt gewählt, die wunderschön, aber im Sommer leider völlig überlaufen ist. An jeder Ecke und wirklich jedem schönen Ort stehen schon deutsche Camper. War eine Erfahrung, ist aber definitiv kein Ziel für uns in Zukunft. Der weitere Weg durch Bosnien nach Banja Luka hat sich dann wiederum als sehr entspannt dargestellt und wie schon 2014 festgestellt, hat Bosnien die schönsten Canyons zum Durchfahren auf dem Balkan. Mangels Autobahnen sollte man für die Durchquerung definitiv etwas Zeit einplanen, aber es lohnt sich. Die Reststrecke ging dann noch über die (teure) kroatische Autbahn bis nach Slowenien. Da Kroatien freies Übernachten selbst auf privatem Grund mit hohen Strafen belegt, fährt man hier nur durch. Wenn man aber die Campermassen sieht, die im Sommer in den westlichen Balkan einfallen und in Montenegro stehen und auch teilweise schon in Albanien die Strände mit ganzen Autoburgen besiedeln, bekommt man ein gewissen Verständnis, warum Kroatien hier so rigide agiert. Durch Slowenien haben wir den kürzesten Weg über Maribor gewählt, da man sich für die 60km die 22€ Maut (+weniger Tunnelmaut in Österreich) wirklich sparen und die Landstraße nehmen kann (zumal Maribor selbst wirklich schön und einen Besuch wert ist).

Alles in allem ein traumhafter Urlaub wo alle Spaß hatten. Die Kinder haben sich für den nächsten Urlaub dann bereits Griechenland gewünscht, wobei wir dann vermutlich mal die Fähre von Italien für wenigstens einen Weg testen werden 😉

Hinweis: Der Tracker hat anscheinend erst in Leipzig angefangen zu arbeiten und nach den Österreichischen Tunneln noch einen längeren Aussetzer gehabt.

Dieses Mal ist ein klarer Trend zu Mitbringseln erkennbar, die nicht dauerhaft rumstehen. Außerdem möchte ich betonen, dass es sich nicht bei allen Flaschen um Alkohol handelt und nicht alles essbar ist 😉

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Pünktlich zum metrologischen Herbstanfang am 1. September erinnert uns das Wetter hier in den bosnischen Bergen mit Nachttemperaturen um 12°C und Nebel daran, dass der Sommer eigentlich vorbei ist.

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Dank unserer Heizung und den Schlafsäcken hatten wir es aber warm und kuschelig.

Nachdem irgendetwas Elena und mir den Magen in Aufruhr versetzt hat und wir eine sehr unruhige Nacht hatten, ist noch nicht klar, ob wir etwas anderes machen werden, als durch Bosnien und Herzegowina in Richtung Heimat zu fahren und Tankstellentoiletten zu testen. Immerhin ist die vorbeiziehende Landschaft beeindruckend.

Wie der riesige Stausee auf montenigrinischer Seite:

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Die balkantypischen unbeleuchteten Tunnel:

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Die beeindruckenden Berge und Schluchten:

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Und ein Blick auf die Hauptstadt Sarajevo von der Autobahn aus:

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Nach nicht allzu langer Fahrt erreichten wir nach unserem längeren Aufenthalt im Kloster den Slano See – einen Salzwassersee auf über 600m Höhe.

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Aktuell scheint scheint der See sehr wenig Wasser zu führen und hat viele Algen, so dass er leider nicht zum Baden einlädt.

Es ist aber so schön hier, so dass wir hier die Nacht verbringen und dabei sind wir nicht allein. Neben dem anderen Camper haben wir noch zwei tierische Freunde. Letztere scheinen sich gegenseitig nicht zu mögen, denn sie haben mit einem lautem Gebell geklärt, wer auf welcher Seite vom Auto liegen darf.
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Seit unserem letzten Aufenthalt 2014 hat sich in Albanien viel geändert.

Die Menge der Autobahnen ist deutlich gewachsen und sowohl Haut- und Nebenstraßen sind fast durchweg gut verfügbar. Es gibt noch eine Menge Rappelpisten, aber eigentlich nur noch wenn man „spezielle“ Ziele erreichen möchte.
Die Gefühle sind gemischt und Albanien scheint kein Geheimtipp mehr zu sein. Die komplette Küste ist im Sommer komplett voll mit Touristen. Insbesondere Italiener und Albaner, aber auch Griechen, Serben und natürlich Deutsche. Die Wohnmobil und Van Dichte ist schon erstaunlich hoch. Es scheint anziehend zu sein, dass Albanien das einzige europäische Land ist, wo man ohne Einschränkungen wild campen darf. Dazu gibt es kaum Verbote und wo man mit dem Auto hin kommt, darf man auch hinfahren. Hat leider den Nachteil, dass alles was man erreichen kann auch schon mit Autos vorstellt ist. Insbesondere, wenn es irgendwie am Meer liegt. Es gibt die wunderschönen Stellplätze direkt am traumhaften Sandstrand noch, aber alleine ist man dort nicht. Und die wirklich noch schönen und verstecken Plätze erreicht man nur per Geländewagen und viel Fahrkönnen. Versteckte Stellplätze sind schon eine echte Herausforderung. Spätestens wenn der Platz auf Park4Night steht (und das tun die meisten), sollte man früh dort sein. Vermutlich dauert es nicht mehr lange bis es auch in Albanien kippt und die ersten Verbote erlassen werden.

Aber wenn es nur um einen Badestop tagsüber geht findet man immer tolle Strände wo man direkt auf den Strand fahren kann. Der frühe Vogel interessiert den Albaner nicht, so dass man vormittags die meisten Stellen für sich hat. In den touristischen Hochburgen (also praktisch alle Städte am Meer) ist ein Großteil des Strandes in der Hand der Hotels und Bars und meist nur ein kleiner öffentlicher Teil.

Was gibt es sonst noch:
– Kreditkarten werden fast gar nicht genommen (auch nicht, wenn es dran steht). D.h. Bargeld ist Pflicht. Dies tauscht man am besten in den Western Union Wechselstuben. Die and ohne Commission und haben faire Kurse. Die Geldautomaten nehmen fast alle krasse Gebühren beim Abheben (OTP/Raiffeisen z.B. 7€ beim Abheben), einzig bei der Credens Bank konnten wir noch gebührenfrei mit der Visa Geld holen.
– Toiletten gibt es an jeder Tankstelle in meist gutem Zustand. Nur Toilettenpapier sollte man immer selber mitbringen. Die Luxustoiletten gibt es an den neu gebauten Autobahntankstellen nördlich von Flora.
– Trinkwasser gibt es in Kanistern in jedem Store oder in den Bergen aus Quellen.
– Tanken ist vielfach immer noch kritisch. Es stehen die tollsten Sorten an den Tankstellen, abgefüllt wird aber, was gerade da ist. Daher gar nicht erst den Kopf zerbrechen was 10ppm oder BluDiesel sins. Ich würde nur in den Großstädten und nur Kastrati oder Alpet (die großen Ketten in Albanien) tanken, wo mehrere teure Autos gerade an den Säulen stehen. Zudem ist der Sprit mit Abstand der teuerste auf dem Balkan. Diesel ist aktuell bei 2,1€ (Montenegro bei 1,46€). Daher vor der Grenze nochmal randvoll tanken.
– Das Fahrverhalten ist immer noch sehr entspannt, auch wenn der Sommer den TestosteronSpiegel bei jungen Albanern hebt und die neuen guten Straßen zum Rasen verleiten. Geschwindigkeitsbeschränkunken sind oft wohl eher nur als Empfehlung zu verstehen. Ebenso wie Parkregeln, etc… Die Polizei wirkt auch eher entspannt. Steht aber oft im Schatten und zieht Raser aus dem Verkehr.
– Der Müll ist ein omnipräsentes Problem und ich glaube das was mich am meisten stört. Wilde Müllkippen überall. Selbst an den Stränden. Container gibt es eigentlich reichlich, aber anscheinend werden diese nicht genutzt. Im islamischen Norden scheint das Problem noch schlimmer zu sein. Kann aber auch an der dichteren Besiedlung liegen.
– Der Kaffee ist meiner Meinung nach in Albanien der Beste weltweit. Als Kaffee-Liebhaber sollte man die reichlich vorhandenen Kaffeestuben nutzen.
– Wenn der Bäcker plötzlich 3500 Lek haben will, nicht wundern. Gemeint sind 350. Noch immer rechnen viele Albaner in Tausendern. Auch wenn die letzte Null schon vor über zehn Jahren gestrichen wurde.

Nach dem Tanken und Einkaufen in Vlora hatten wir uns eindeutig Erholung verdient.  Schon auf der Karte sah die Anfahrt abenteuerlich aus: vorbei am Flughafen und über eine kilometerlange Rappelpiste, die gleichzeitig der Damm zwischen der Lagune und alten Salinen ist. Danach ist man gut durchgeschüttelt und hat Flamingos durch die Lagune stelzen gesehen.

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Aber es lohnt sich, wie der Blick aus der Heckklappe beweist. Man steht mit dem Auto nahe der Wasserlinie und kann direkt in den Sand springen.

Hier noch die Sonnensegelkonstruktion des Tages – vielleicht noch ausbaufähig, aber funktioniert.

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Unweit von Vlora, dem Zentrum der albanischen Riviera, liegt die große Lagune und auf einer kleinen Insel das Kloster.

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Besonders ist hier, dass man die Insel über einen langen Holzsteg erreicht.

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Vom Strand aus sind wir dann den Llogara Pass auf über 1000m hoch- und im Anschluss wieder runter gefahren. Eine wunderschöne Strecke mit tollem Ausblick. Leider auch mit vielen anderen hunderten Touristen…

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Unser ursprünglicher Plan war es heute an den Strand zu gehen, da es aber noch bedeckt und vergleichsweise kühl war, haben wir unsere Pläne geändert. Die Burgruine tront malerisch auf einem Hügel und man hat von oben einen grandiosen Ausblick aufs Meer und die Berge.

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Der Weg nach oben ist mit einem gepflasterten Weg schon gut ausgebaut. Das wandelt sich am Eingangstor zu Schotter und der auch Rest der Ruine träumt noch von einer Restaurierung. Das ist schade, denn in der Moschee erinnert Freskenreste an eine schöne Ausgestaltung.